In 2022, the Graphische Sammlung ETH Zurich will show a solo exhibition on the renowned Swiss artist Daniela Keiser (b 1963). This presentation is dedicated to a new group of works that marks an important milestone for her. Keiser’s approach is rooted in her many years of involvement with the cyanotype photographic process, which produces fine prints in a blue colour. The artist has adopted this process dating from the earliest years of photography and, in her new series, has applied this actively in the here and now by digitally translating her own photographs and found images into cyanotype prints through a multi-step process. As in previous projects, she has laid out various associative links, both in terms of medium and motif.

In her project, Keiser addresses phenomena that embrace landscape formations, settlement structures and agricultural trade as well as the colour itself. Three groups of works within the project are based on photographs she took in the vicinity of Dresden and Belfast as well as in the regions of northern Spain / southern France, which is why individual works will be on view in two of the three regions in parallel to the Zurich exhibition (at the Ulster Museum in Belfast and the Kupferstich-Kabinett Dresden). These interventions weave invisible threads between the different locations. The multinational cooperation is complemented by a richly illustrated 300-page publication.

By focusing on Daniela Keiser’s cyanotypes, the exhibition will present her new phase of work to a wide public both in Switzerland and abroad for the first time, thus drawing attention to a hitherto virtually unknown period in her career. In the accompanying publication, the geographically dispersed works will be brought together in the medium of the book containing essays that address the project not only from an art historical angle, but also from a geo-economic, philosophical and culture-historical angle.

A cooperation of the Graphische Sammlung ETH Zürich, Dr Linda Schädler, with the Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dr Björn Egging, and the Ulster Museum, Belfast, Anna Liesching.

Curator for the exhibition at Graphische Sammlung ETH Zürich: Dr Linda Schädler

With kind support:

 

 Stadt Zürich

Ernst und Olga Gubler-Hablützel Foundation

Erna und Curt Burgauer Foundation

 

Daniela Keiser, sheet from Apotheke, 40 parts, 2020, cyanotype, 66 × 50 cm, paper: Velin d’Arches, © Graphische Sammlung ETH Zürich / Daniela Keiser

Daniela Keiser, 9. Cyanocosmos, Blutorange e, 2020, cyanotype, 50 × 66 cm, paper: Velin d’Arches © Daniela Keiser

Daniela Keiser, Barrika, 2021,  wall display, 24 parts, each 56 × 76 cm, overall dimensions 224 × 456 cm, paper: BFK-Rives © Daniela Keiser

 

Scheibenrisse sind Entwurfszeichnungen für Glasmalereien. Die kleinformatigen Glasgemälde gelten als schweizerische und süddeutsche Eigenheit, die im 16. und 17. Jahrhundert durch die Sitte der Wappen- und Fensterschenkungen eine Hochblüte erlebten. Ein Scheibenriss legt das Bildprogramm mit dem Stifterwappen fest; manchmal sind auch Informationen zum Bleirutennetz oder zu den Farben der Gläser vermerkt.

Die Graphischen Sammlungen der Zentralbibliothek Zürich, der ETH Zürich, des Kunsthaus Zürich und des Schweizerischen Nationalmuseums besitzen bedeutende historische Bestände an Scheibenrissen. Sämtliche wichtigen Künstler ihrer Zeit sind darin mit herausragenden Blättern vertreten. Die Ausstellung in der Schatzkammer der Zentralbibliothek zeigt 60 Scheibenrisse aus den Beständen der vier Sammlungen.

Allegorien, biblische Geschichten, Szenen aus dem Alltag, aus der Berufswelt, repräsentative Standeswappen oder Familienwappen gehören zu den beliebtesten Sujets und geben einen vielfältigen Einblick in das damalige Leben. Kostbare Glasgemälde aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums, die nach Scheibenrissen in der Ausstellung entstanden sind, erweitern die Thematik. Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog und unter https://www.zb.uzh.ch/de/exhibits können sich die Besucherinnen und Besucher zu den verschiedenen Begleitveranstaltungen informieren.

Flyer

Kuratoren-Team:
Jochen Hesse, Zentralbibliothek Zürich
Mylene Ruoss, Schweizerisches Nationalmuseum Zürich
Jonas Beyer, Kunsthaus Zürich
Susanne Pollack, Graphische Sammlung ETH Zürich

 

Daniel Lindtmayer, Oberlichtentwürfe mit fünf Darstellungen des Ackerbaus und der Käserei, um 1601, Feder in Schwarz, grau laviert, 308 x 204 mm, Graphische Sammlung ETH Zürich

Immer wieder löst die Tatsache, dass ausgerechnet eine Technische Hochschule im Besitz einer hochkarätigen Sammlung für Kunst auf Papier ist Verwunderung und Neugier aus. Dass diese, vor allem für ihren erstklassigen Altmeisterbestand berühmte Sammlung auch bedeutende Graphiken japanischer sowie chinesischer Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts aufbewahrt, wissen selbst Fachkundige häufig nicht. Das recht heterogene Ostasiatika-Konvolut beinhaltet sowohl Werke von in Europa allseits bekannten japanischen Künstlern wie etwa Utagawa Hiroshige oder Katsushika Hokusai; aber auch viel unerwartete Fundstücke, zum Beispiel eine Folge von 100 bezaubernden botanischen Zeichnungen von Katō Chikusai und Hattori Sessai.

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Ostasiatische Kunstgeschichte der Universität Zürich bereitet die Graphische Sammlung ETH Zürich eine Ausstellung vor, die diesen unbekannten Schatz erstmalig wissenschaftlich erschliesst und der Öffentlichkeit präsentiert.

Neben dem klaren Fokus auf den ostasiatischen Bestand der Sammlung werden in der Ausstellung auch Arbeiten von europäischen Kunstschaffenden gezeigt, die sich in ihrem Oeuvre intensiv mit ostasiatischer Kunst auseinandergesetzt haben, wie etwa Emil Orlik.

Kuratoren-Team:
Prof. Dr. Hans Bjarne Thomsen, Universität Zürich
Dr. Susanne Pollack, Graphische Sammlung ETH Zürich

Utagawa Hiroshige, Kirschblüten bei Nacht am Nakanochō im Yoshiwara, aus der Serie “Berühmte Orte in der östlichen Hauptstadt (Tōto meisho)”, 1834, Farbholzschnitt, Japan, 243 x 373 mm, Graphische Sammlung ETH Zürich

Die Zürcher Druckwerkstatt von Thomi Wolfensberger gilt als eine der renommiertesten Adressen für den Steindruck weit über die nationalen Grenzen hinaus. Was passiert da genau, wenn Kunstschaffende mit dem Drucker vor Ort in einen Dialog treten? Drei Jahre lang untersuchte ein transdisziplinäres Forschungsteam im Rahmen des SNF-Projektes «Hands-on. Dokumentation künstlerisch-technischer Prozesse im Druck» (2018-2021) die präzisen wie intuitiven Abläufe, Arbeitsschritte und Handgriffe bei der Herstellung von künstlerischer Druckgraphik und dokumentierte diese auf vielfältigste Art und Weise.

Den eingeladenen KünstlerInnen, darunter Dominik Stauch, Sabine Schlatter und Michael Günzburger, wurde dabei ganz genau auf die (er)schaffenden Finger geschaut. In der Ausstellung soll nun anhand ihrer Beispiele der Prozess des Druckens erfahrbar gemacht werden. Es sollen für einmal nicht nur die gedruckten Artefakte der beteiligten KünstlerInnen präsentiert werden. Vielmehr wird der eigentliche Druckprozess sowie gleichzeitig dessen (wissenschaftliche) Beobachtung integral thematisiert und reflektiert. Neben Ausziehbögen, Schablonen und Farbfächern ist im Rahmen des Projektes eine beträchtliche Menge an Filmmaterial (Piet Esch) und ethnographischen Notaten (Mara Züst) entstanden. Mit Hilfe eines eigens entwickelten Vokabulars sowie eines User Interface, einer Benutzerschnittstelle, die alle Beobachtungen und das Inventar der Werkstatt mit all ihren Maschinen, Instrumenten, Materialien digital für das Publikum zugänglich macht, können zentrale Momente im technischen wie schöpferischen Prozess enthüllt und verdichtet werden. Aus der Warte eines Beobachtenden kann sich somit jeder und jede ein exaktes Bild von den Geheimnissen des Druckens machen.

Kuratoren-Team:
Alexandra Barcal, Graphische Sammlung ETH Zürich, Prof. Christoph Schenker, Institute for Contemporary Art Research (IFCAR) an der ZHdK

Dokumentation des Farbmischens aus dem Druckprozess mit Dominik Stauch, Foto: Christoph Schenker