VORSCHAU 2017

Die Graphische Sammlung ETH Zürich besitzt rund 160‘000 hochkarätige Kunstwerke auf Papier vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sie entwickelt sich ständig weiter – auch im Bereich Gegenwartskunst, wo sie über das Sammeln von zeitgenössischen Positionen die neusten Entwicklungen aufnimmt. Die Ausstellung «Ewige Gegenwart» zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum fokussiert nun auf Druckgraphik, Fotografien, Zeichnungen, Künstlerinnen – und Künstler-Bücher, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind und Eingang in die Sammlung gefunden haben. In engem Austausch haben sich die Leiterin der Graphischen Sammlung und der Leiter des Helmhaus Zürich intensiv mit diesem Sammlungsbereich beschäftigt. Ihre Auswahl umfasst Arbeiten von knapp 40 Künstlerinnen und Künstlern, die zum Teil bereits arriviert, zum Teil noch am Anfang ihrer Karriere/ihres Schaffens stehen.

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Francesca Gabbiani, The Night of the Hunter II, 2008, Graphische Sammlung ETH Zürich
Zilla Leutenegger, Panties, 2015, Graphische Sammlung ETH Zürich
Pascal Häusermann, C, Blatt 3 aus der Folge “Praedium”, 2015, Graphische Sammlung ETH Zürich

Den zeitgenössischen Positionen gegenüber gestellt sind punktuell historische Werke, denn: dass sich die Gegenwart von der Vergangenheit trennen lässt, ist ein überholter Mythos der Moderne. Ein gewichtiger Teil der Bestände stammt aus der Schweiz. Die Ausstellung mit zwei Standorten – sie findet sowohl im Helmhaus Zürich wie auch in der Graphischen Sammlung ETH Zürich statt – gibt somit Gelegenheit zu einer Übersicht über das jüngere Kunstschaffen in einem Medium, das in seiner Kombination aus Handwerk, Form und Inhalt auf eine grosse Tradition verweisen kann – und das immer wieder innovative, überraschende Ergebnisse hervorbringt.

Kuratorenteam: Linda Schädler, Graphische Sammlung ETH Zürich und Simon Maurer, Helmhaus Zürich
Vernissage: Donnerstag, 23. Februar 2017, 18:00 in der Graphischen Sammlung, 19:00 im Helmhaus Zürich Veranstaltungen

2017 feiert nicht nur die Graphische Sammlung ihr 150-jähriges Bestehen. Auch das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich begeht ihr 50. Jubiläum, was Anlass zu einer Kooperation gibt. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Graphik-Serie „Reaper“ (dt. Mähdrescher, 1949) des berühmten englischen Pop-Art-Künstlers Richard Hamilton. Sie entstand als Reaktion auf Sigfried Giedions Buch „Mechanization Takes Command“ von 1948, in dem der Schweizer Architekturhistoriker die Mechanisierung des Lebensalltags beschreibt.

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Bildvorlage mit Notizen von Sigfried Giedion für sein Buch «Mechanization Takes Command» (1948), © gta Archiv, ETH Zürich
Richard Hamilton , Reaper (o), 1949, Kunstmuseum Winterthur, Geschenk von Dr. Frank und Wiltraud Rentsch, 1997, © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Jean-Pierre Kuhn
Richard Hamilton , Reaper (i), 1949, Kunstmuseum Winterthur, Geschenk von Dr. Frank und Wiltraud Rentsch, 2003, © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Jean-Pierre Kuhn

Zum ersten Mal wird die vollständige «Reaper»-Serie Hamiltons gezeigt und ausgewählten Bildvorlagen Giedions gegenübergestellt. Denn es ist bekannt, dass der Architekturhistoriker die Illustrationen seines Buches sorgfältig gewählt und platziert hat, sodass man von spezifischen Bildstrategien sprechen kann.

Kuratorenteam: Linda Schädler, Graphische Sammlung ETH Zürich, Fredi Fischli und Niels Olsen, gta Ausstellungen, Filine Wagner, gta Archiv, Carson Chan, Princeton (mit Begleitpublikation D/E)
Vernissage: Dienstag, 2. Mai 2017, 18:00 Veranstaltungen

Die Graphische Sammlung ETH Zürich verfügt über viele umfangreiche Folgen und Serien. Eine relevante Auswahl zu treffen, bedeutet für Kuratorinnen und Kuratoren stets eine grosse Herausforderung und noch grössere Verantwortung. Für die Jubiläumsausstellung 150 Jahre Graphische Sammlung wird sich das Zürcher Künstlerduo Markus und Reto Huber (*1975) dieser delikaten Aufgabe annehmen: Sie treffen einerseits eine für sie stimmige Auswahl aus einem ihrer eigenen Collagen-Tafelwerke. Andererseits werden sie dies gleich auch für einige ausgewählte, ebenfalls seriell konzipierte Werke aus den Beständen der Graphischen Sammlung tun. Damit sorgen sie für einen werk- bzw. künstlergerechten Blick auf diese weitverbreitete Kunstform der Kunstgeschichte. Mit Hilfe von Film und Musik sollen die Folgen und Serien zudem auf unterschiedliche Weise erfahrbar gemacht werden.

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Huber.huber, Der schöne Mensch – Krankheiten und Schädlinge, 2009, Graphische Sammlung ETH Zürich

Parallel dazu präsentiert die Graphische Sammlung in einem Zwei-Wochen-Rhythmus Positionen junger Künstler, die mit ihren Arbeiten den Begriff des Seriellen um zusätzliche Interpretationen erweitern.

Kuratorenteam: Alexandra Barcal, Graphische Sammlung ETH Zürich und das Künstler-Duo huber.huber (mit Begleitpublikation D/E)
Vernissage: Dienstag, 15. August 2017, 18:00 mit anschliessendem Sommerfest Veranstaltungen

Mit der Abschlussausstellung zum Jubiläumsjahr 150 Jahre Graphische Sammlung ETH Zürich öffnet sich die Sammlung einer Gruppe von Studierenden der Universität Zürich, die eine Ausstellung samt Ausstellungskatalog zum Thema „Zeichenunterricht – Von der Künstlerausbildung zur ästhetischen Erziehung seit 1500“ realisieren wird. Der historischen Sicht, welche den Zeichenunterricht bis um 1800 im Fokus hat, wird ein zweiter Teil zum aktuellen Zeichenunterricht an der ETH Zürich gegenübergestellt: Dieser wird von Zilla Leutenegger und ETH-Studierenden (Lehrstuhl von Prof. Karin Sander) konzipiert werden.

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Pietro Francesco Alberti, Akademie der Malerei, 1600-1630, Graphische Sammlung ETH Zürich

Kuratorenteam: Michael Matile, Graphische Sammlung ETH Zürich, Studierende der Kunstgeschichte der Universität Zürich und Zilla Leutenegger mit Studierenden der Kunst- und Architekturgeschichte der ETH Zürich (mit Begleitpublikation D)
Vernissage: Dienstag, 7. November 2017, 18:00 Veranstaltungen