Wer wissen will, was die Welt im Innersten zusammenhält, schneidet sie am besten auf. Kathedralen, Schädeldecken, Bergwerke, Insektenleiber, Lokomotiven, Höllenkreise, Schiffsbäuche, Fruchtknoten, Vulkane, Zellen oder auch der ganze Kosmos – dem neugierig forschenden Schnitt kann sich schier Garnichts entziehen. Ob quer, ob längs, einfach immer mittendurch! Präsentiert wird die geöffnete Welt dann in Bildern, in Modellen oder direkt am Objekt der Wissbegierde selbst. Die Ausstellung zeigt, wie der Schnitt als Bildprinzip des Einblicks in den letzten sieben Jahrhunderten angewandt wurde. Er wird als eine so vielseitige wie effektive Methode der visuellen Vermittlung vorgestellt, sei es in der Medizin, in der Architektur, Biologie oder Geologie. In exemplarischer Weise erzählen die Werke darüber hinaus viel über das symbiotische Verhältnis von Kunst und Wissenschaft. Wissenschaftler greifen zur Verbildlichung ihrer Erkenntnisse auf etablierte Methoden, Techniken und Inszenierungsstrategien der Kunst zurück, während sich Künstler die spezifische Bildsprache der Wissenschaften in einer Weise aneignen, die nicht selten einer Enteignung gleichkommt.

Kuratorin: Dr. Susanne Pollack