Die Zwischenkriegszeit mit ihrem atemberaubenden Geschwindigkeitsrausch und ihrer überbordenden Lebensfreude ging als kurzes, aber umso vitaleres Intermezzo in die Kulturgeschichte ein.
Die Glarner Kaufmannstochter Lill Tschudi (Schwanden 1911-2004) war 1929 als junges Mädchen nach London aufgebrochen, um in der Metropole eine künstlerische Ausbildung zu geniessen. In der Grosvenor School of Modern Art traf sie auf Gleichgesinnte und machte sich mit ihren Linolschnitten bald einen Namen.
Durch hochkarätige Leihgaben ergänzt, präsentiert die Graphische Sammlung ETH Zürich ihren Bestand an Linolschnitten von Lill Tschudi aus den 1930er und 1940er Jahren und erweitert diese um einige Beispiele aus ihrem Umfeld.
Technik, Tempo und Telefon – die moderne Welt aus Konsum und Freizeit, die als Themen bis zu dieser Zeit noch selten den Weg in die Schweizer Kunst gefunden haben, Sport oder Unterhaltung, pulsierendes Grossstadtleben neben beschaulichen Szenen aus der ländlich geprägten Schweiz – das thematische Spektrum ist bei Lill Tschudi eindrücklich, die technische Brillanz sucht ihresgleichen.

Kuratoren-Team:
Alexandra Barcal, Graphische Sammlung ETH Zürich und Marcel Just