Lara Almarcegui. Deep Inside – Out

28. August - 17. November 2019

Vernissage: Dienstag, 27. August 2019, in Anwesenheit der Künstlerin, 18:00 Türöffnung, 18:30 Einführung

Wer kennt sie nicht, die vielen Baukräne in Grossstädten. Unerbittlich und rasant schreitet die städtebauliche Entwicklung voran und scheint vor fast nichts Halt zu machen. Die spanische Künstlerin Lara Almarcegui (*1972) hinterfragt das Mass an urbaner Durchgestaltung und erforscht die komplexen Beziehungen zwischen Rohstoffen, Konstruktion und Verfall unserer gebauten Welt. Die international bekannte Künstlerin hat sich einen Namen damit gemacht, dem Übermass an städtebaulicher Gestaltung gezielt das Unförmige entgegenzusetzen. Berühmt geworden ist sie 2013 mit ihrem Werk für den spanischen Pavillon an der Biennale von Venedig. Dort trug sie im Innern das für die Erstellung des Pavillons verwendete Material in Form von Bauschutt zusammen. Die Materialität und Konstruktion des Gebäudes wurde mit einer unmittelbaren physischen Direktheit erfahrbar und die unförmigen Haufen riefen ins Bewusstsein, was für eine unglaubliche Menge an Rohstoffen für seine Erstellung verwendet wurde. Mit Arbeiten wie dieser kommentiert Almarcegui unsere durchgeplante und gebaute Welt ohne selbst gestalten zu müssen: «Ich suche nach einem Weg über Architektur zu sprechen, ohne Bilder zu benutzen.» Dies gelingt ihr durch ihre spezifische Herangehensweise, für die sie zuerst – einer Wissenschaftlerin ähnlich – akribisch recherchiert und ein dichtes Netz von Informationen zusammenträgt.

Während Almarcegui bisher vor allem für ihre Installationen bekannt ist, legt die Graphische Sammlung ETH Zürich zum ersten Mal den Fokus auf die Kunstwerke auf Papier. Anhand ihrer Zeichnungen, Fotografien, Zeitungsausschnitten oder Statistiken lassen sich die Herangehensweisen von Almarcegui in idealer Weise nachvollziehen und zudem eine grosse Auswahl ihrer Projekte auf neue, andere Weise erfahrbar machen. Es gelingt, den Blick auf das Schaffen dieser wichtigen Künstlerin zu erweitern und zugleich einen bisher eher weniger bekannten Teil ihres Werkes vorzustellen.

Mit freundlicher Unterstützung durch:
– Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung
– Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung

Kuratorin: Dr. Linda Schädler, Leiterin Graphische Sammlung ETH Zürich