KUNST AUF PAPIER

Die Graphische Sammlung ETH Zürich ist die grösste Sammlung ihrer Art in der Schweiz. Sie umfasst rund 160‘000 hochkarätige Kunstwerke auf Papier vom 15. Jahrhundert bis heute. Von Albrecht Dürer über Emmanuelle Antille bis Louise Bourgeois, von Rembrandt van Rijn über Pablo Picasso bis Silvia Bächli, von Francisco de Goya über Miriam Cahn bis Andy Warhol – grosse nationale und internationale Namen sind genauso vertreten wie junge Positionen.

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Durch kontinuierliche Ankäufe und zahlreiche Geschenke wuchs die Sammlung im Laufe der Jahrzehnte weit über den ursprünglichen Rahmen einer Studiensammlung hinaus. Und sie entwickelt sich weiter und nimmt – gerade in Bezug auf Gegenwartskunst – neuste nationale und internationale Tendenzen auf. Nebst einem Schwerpunkt im Bereich Alte Meister liegen grössere Werkgruppen von Schweizer Druckgraphik und Zeichnungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert vor.

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Peter Fischli / David Weiss, Farbproofs zu «Blumendrucke», 1998, Graphische Sammlung ETH Zürich

Anfänge

2017 feiert die Graphische Sammlung ihr 150-Jahr-Jubiläum. Zwölf Jahre nach Eröffnung des Eidgenössischen Polytechnikums im Jahr 1855 (heute ETH Zürich) wurde sie als typische Universitätssammlung gegründet. Der Professor für Archäologie und Kunstgeschichte, Gottfried Kinkel (1815-1882), erhielt den Auftrag, eine Sammlung zu Studien- und Lehrzwecken aufzubauen.

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Sie diente anfänglich denn auch vor allem angehenden Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern, Archäologinnen und Archäologen sowie Architektinnen und Architekten als Anschauungsmaterial. Als Grundstock erwarb Gottfried Kinkel 1870 ungefähr 11’000 Einzelblätter und gegen 150 gebundene Stichwerke aus der Sammlung des Schweizer Malers Rudolf Bühlmann (1812-1891), der über drei Jahrzehnte in Rom gelebt hatte.

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Schenkungen

Der wertvollste Zuwachs ist dem Zürcher Bankier Heinrich Schulthess-von Meiss (1813-1898) zu verdanken. Er schenkte der Graphischen Sammlung im Jahr 1894 über 12’000 äusserst wertvolle Blätter von Schongauer bis Goya. Schulthess-von Meiss’ Schenkung zeigt auf, dass enge Beziehungen zu Sammlerinnen und Sammlern für die Graphische Sammlung seit je her zentral waren.

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Bereits vor Schulthess-von Meiss hinterliess ihr sein Cousin, Stadtrat Johann Heinrich Landolt, gegen 9’000 Altmeister-Graphiken. Bis heute geniesst die Sammlung das Vertrauen von Gönnerinnen und Gönnern, was sich in verschiedenen Legaten, Schenkungen oder Schenkungen / Ankäufen spiegelt.

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Francisco José Goya y Lucientes, Wendigkeit und Waghalsigkeit des Juanito Apiñani in der Arena von Madrid, 1816, Graphische Sammlung ETH Zürich
Francisco José Goya y Lucientes, Bis zu seinem Urahn, Blatt 39 der Folge «Los Caprichos», 1799, Graphische Sammlung ETH Zürich
Rembrandt van Rijan, Landschaft mit drei Bäumen, 1643, Graphische Sammlung ETH Zürich

 

Standort Hauptgebäude

Anfänglich stand die Graphische Sammlung nur für die Besucherinnen und Besucher des Studienraumes offen. Ab 1891 wurde sie auch für das breite Publikum zugänglich, indem sie jährlich drei bis fünf Ausstellungen zu ihren reichen Beständen zeigte. Sie befand sich stets im Hauptgebäude der ETH Zürich, was ihren hohen Stellenwert unterstreicht.

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Seit 1924 ist die Graphische Sammlung in den heutigen Räumlichkeiten im Südwestflügel des von Gottfried Semper konzipierten Baus zu finden. Vor Einzug hatte der Architekt Gustav Gull die historischen Räume renoviert.

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Felix Vallotton, Le Ménsonge, 1897, Graphische Sammlung ETH Zürich

Fragile Werke auf Papier

Die Sammlung wird wegen ihrer besonderen materiellen Beschaffenheit nicht permanent gezeigt. Teile daraus werden in vier bis fünf Wechselausstellungen pro Jahr einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und ihr mit Katalogen und einem Vermittlungsprogramm näher gebracht. Im Studiensaal können Interessierte auf Voranmeldung Kunstwerke aus der Sammlung einsehen und erforschen oder einen Teil der Bestände im Internet auf der Sammlung Online betrachten. Zudem verfügt die Graphische Sammlung über eine umfangreiche spezialisierte Präsenzbibliothek.


Bisherige Leiterinnen und Leiter der Graphischen Sammlung

1867 – 1890 Prof. Dr. Rudolf Kinkel
1890 – 1922 Prof. Dr. Carl Brun
 1923 – 1947 Prof. Dr. Rudolf Bernoulli
 1947 – 1978 Prof. Dr. Erwin Gradmann
 1978 – 1992 Prof. Dr. Reinhold Hohl
 1992 – 2016 Paul Tanner
 seit 2016 Dr. Linda Schädler