LOGBUCH DER GRAPHISCHEN SAMMLUNG

Was für ein exotisches Tier!

Es war eine absolute Sensation! Im Mai 1515 kam ein lebendes Nashorn per Schiff in Belém, einem Vorort von Lissabon, an. Das indische Rhinozeros war als diplomatisches Geschenk aus Goa, damals Teil der portugiesischen Kolonie, übers Meer transportiert worden. So ein Tier hatte man in Europa seit dem Altertum nicht mehr gesehen. Die Ankunft des exotischen Kolosses löste am Hafen denn auch einen veritablen Tumult aus. Doch nicht nur in Portugal hörte man von der Ankunft des seltsamen Wesens. Auch Albrecht Dürer aus Nürnberg vernahm es und entschied sogleich, davon einen Holzschnitt anzufertigen.

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Glückliche Umstände

Wie wunderbar ist es, wenn Talent, Wille und Förderung aufeinandertreffen! Dies zeigt das Leben von Elisabetta Sirani (1638-1665), deren Karriere durch ihren frühen Tod mit 27 Jahren ein abruptes Ende nahm. In ihrem kurzen Leben war es ihr nicht nur gelungen, zu einer weit über die Grenzen ihrer Geburtsstadt Bologna hinaus geschätzten Malerin zu werden, gleichzeitig war sie Leiterin einer florierenden Werkstatt, Mitglied in der renommierten Accademia di San Luca in Rom und Gründerin einer Kunstakademie für Frauen.

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Kein Durchkommen

Der Bauboom hat seit längerem alle Grossstädte im Griff. Es gibt keine Metropole, bei der man nicht täglich an mehreren Baukränen vorbeikäme – und die urbane Entwicklung nimmt immer noch weiter Fahrt auf. Die spanische Künstlerin Lara Almarcegui (*1972) thematisiert mit ihren Arbeiten diese massive Durchgestaltung von Städten und ergründet die komplexen Beziehungen zwischen Baumaterialien, Konstruktion und Zerfall der gebauten Welt. So auch vor einigen Jahren in Zürich.

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Es geschah am helllichten Tag

Als Félix Vallotton 1897-98 seine Holzschnitt-Serie «Intimités» schuf, hielt er auf jedem der zehn Blätter ein Liebespaar fest. Alle sind äusserst elegant gekleidet und befinden sich in gediegenen Wohnungen. Es ging dem Schweizer Künstler (1865-1925) aber keineswegs darum, traute Zweisamkeit zu zelebrieren oder eine harmonisch-glückliche Verbindung in verschiedenen Konstellationen durchzuspielen. Vielmehr zielte er kritisch auf die Doppelmoral der damaligen Pariser Gesellschaft ab.

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Kunst, Bettler*innen und die Politik der Armut

Andrea Büttner (*1972) befasst sich in ihrem Künstlerinnenbuch Beggars mit der Darstellung von Bettler*innen in der Kunstgeschichte: «This book is about art and poverty, art history and beggars, shepherds and kings. It is about a theology and politics of poverty» (In diesem Buch geht es um Kunst und Armut, Kunstgeschichte und Bettler, Hirten und Könige. Es geht um Theologie und die Politik der Armut; Büttner 2018).
Die Publikation enthält neben den Holzschnitten und Untersuchungen der Künstlerin, Beiträge von Christopher P. Heuer, Linda Nochlin (1931-2017) und Anne Carson (*1950).

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Fortschritt durch Querschnitt

Schnittbilder im Dienste der Aufklärung.
Zur Etablierung eines neuen Weltbildes sind naturgemäss Bilder recht nützlich. Es überrascht also nicht, dass Bilder im ehrgeizigsten und umfangreichsten publizistischen Grossunternehmen der französischen Aufklärung eine unentbehrliche Funktion übernahmen.

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Von blöden Blumen und dummen Lilien

Die Graphikfolge «Silly Lilies» von Thomas Schütte.

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Freude am Scheitern: Lauren Klotzmans Meat Joy Error Failure

Ding Unding Graphische Sammlung ETH Zürich Schaller Lauren Klotzman

Unsere Zeit wird mit verschiedensten Begriffen zu beschreiben versucht. Leben wir in der «post-industriellen Gesellschaft», dem «Informationszeitalter» oder doch in der «technotronischen Ära»? Unabhängig von der Bezeichnung steht fest, dass digitale Medien unser Leben nachhaltig verändert haben.

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Wenn eins nicht genug ist

Die Welt besteht nicht nur aus einzelnen Dingen, sondern vielmehr aus einer Vielzahl von Zeichen und Wundern. Diesen Ansatz vertritt mit ihren collagierten Welten das Zürcher Küntlerduo huber.huber (Markus und Reto Huber, beide *1975).

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Refresh Sammlungskatalog Online

Der Sammlungskatalog Online zeigt sich in einem neuen, frischen Kleid und lädt zur Entdeckung ein. Unabhängig von räumlichen und zeitlichen Grenzen warten mehr als 25 000 Werke aus den Beständen der Graphischen Sammlung ETH Zürich darauf, angeschaut, erforscht und genossen zu werden.

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Eine vieldeutige Linie

Lines

Einfache Linien aus Bleistift ziehen sich über das Papier. Die Werkserie Desire Lines des Künstlerduos Baltensperger + Siepert weckt viele Assoziationen. Vielleicht denkt man an abstrakte Kunst oder erinnert sich an den Streit in der Académie royale, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts stattfand. Während die einen damals die Farbe bevorzugten, verteidigten die anderen klar die Linie.

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Die Erfindung einer Marketingstrategie

Mit einem prall gefüllten Rucksack humanistischer Bildung gelangte der Kupferstecher Marcantonio Raimondi 1510 über Florenz nach Rom. Er war auf der Suche nach Zusammenarbeit mit einem Maler für die gestochene Wiedergabe von dessen künstlerischen Erfindungen.

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